JONNY kölbl
deen

Projekt — Live-Elektronik & Visuals

Microcosm

Steirische Harmonika, Kalimba und Percussion treffen auf analoge Effektgeräte und modulare Synthesizer – live geloopt, verfremdet und ganz im Moment erfunden.

Jonny Kölbl · Madeleine Haider · Uraufführung 25. Juli 2026

Jonny Kölbl spielt Steirische Harmonika im Microcosm-Dome
Jonny Kölbl patcht den Modularsynthesizer im blauen Licht, Microcosm

Der Klangraum

Wo Volksmusik auf modulare Synthesizer trifft.

Microcosm eröffnet einen Klangraum, in dem traditionelle Instrumente wie Steirische Harmonika, Kalimba und percussive Elemente auf analoge Effektgeräte und modulare Synthesizer treffen. Ausgangspunkt sind Melodiefragmente aus der alpenländischen und nordischen Volksmusik. Diese werden live aufgenommen, verfremdet, geloopt und zu neuen Klanglandschaften transformiert – zwischen reduzierten Drones, rhythmischer Verdichtung und offenen, atmosphärischen Flächen.

Der musikalische Prozess entsteht vollständig im Moment. Es wird nichts vorprogrammiert; die Klanggestaltung erfolgt unmittelbar über analoge Signalwege und improvisatorische Interaktion.

Parallel dazu entstehen illustrative Echtzeit-Visuals, die sensibel auf das klangliche Geschehen reagieren und in einen wechselseitigen Dialog mit der Musik treten.

Microcosm ist eine erste öffentliche Annäherung an dieses elektroakustisch-visuelle Experiment – ein Spannungsfeld zwischen kultureller Herkunft und zeitgenössischer Abstraktion.

Steirische Harmonika Kalimba Percussion Analoge Effekte Modularsynthesizer Echtzeit-Visuals

Hinter den Kulissen

Von der Skizze zur Kuppel.

Hinter den 45 Minuten auf der Bühne stecken zehn Monate Arbeit – und nichts davon ist von der Stange. Die Kuppel, das Instrumentarium, die Lichtsteuerung: alles selbst entworfen, gebaut, verkabelt und programmiert.

10

Monate bis zur Uraufführung

25 m

einzeln adressierbare LED-Streifen

45 min

audiovisuelle Live-Performance

0

vorprogrammierte Klänge

Bühne · selbst geplant & gebaut

Der LED-Dome

Die Bühne von Microcosm ist eine begehbare, geodätische Kuppel in Ikosaederform – vom ersten Strich auf Papier bis zur letzten Lötstelle selbst geplant und gebaut. Sie umschließt mich beim Spielen zur Gänze und macht die Idee eines Mikrokosmos räumlich erfahrbar.

Die Streben sind aus Holz, die Verbindungsknoten habe ich eigens entworfen und im 3D-Drucker gefertigt. So lässt sich der Dome zerlegen, transportieren und an jedem Ort neu aufbauen. Entlang der Streben laufen rund 25 Meter einzeln adressierbare LED-Streifen, angesteuert über Art-Net/DMX aus einer ebenfalls selbst gebauten Steuerbox.

Holzstreben 3D-gedruckte Knoten 25 m LED Art-Net/DMX QuinLED
Erste Handskizze der Ikosaeder-Struktur des Microcosm-Domes

Erste Skizze

Probeaufbau des Ikosaeder-Domes für Microcosm in der Werkstatt

Rohbau in der Werkstatt

Selbst gebaute Steuerbox mit LED-Controller und Kabeln für Microcosm

Selbst gebaute Steuerbox

Probenaufbau mit Dome und Live-Setup von Microcosm im Audiotope

Probe im Audiotope Studio

Klang · selbst verkabelt & programmiert

Das Instrumentarium

Herzstück ist ein Eurorack-Modularsystem mit Modulen von Mutable Instruments – Plaits, Stages, Blades, Beads und Marbles –, ergänzt durch den semimodularen Intellijel Cascadia, einen Arturia MicroFreak und den Sequenzer Torso T-1. Harmonika und Kalimba werden über Mikrofone und elektromagnetische Tonabnehmer abgenommen und laufen durch eine Pedalkette von Chase Bliss (Blooper, Onward, MOOD MKII, Generation Loss MKII, CXM 1978 und Clean) und Hologram Electronics (Microcosm, Chroma Console und Infinite Jets), dazu das Plus Pedal von Gamechanger Audio.

Über einen Radial EXTC-Stereo Reamper lassen sich auch die elektronischen Quellen in diese Kette schicken. Ein Morningstar MC6 Pro ruft per MIDI für jedes Stück die Presets aller Geräte gleichzeitig ab, Expression-Pedale und ein 12 Step formen Filter, Druck und Lautstärke in Echtzeit. Die ersten Stücke entstanden in mehreren Wochen Klausur auf einer abgelegenen Hütte in Kroatien – mit dem gesamten Setup im Gepäck.

Eurorack Cascadia Torso T-1 Effektpedale MIDI-Steuerung
Eurorack-Modularsynthesizer mit Patchkabeln von Microcosm

Das Eurorack-Modularsystem

Arbeitsquartier mit Live-Setup auf der Hütte in Kroatien, Microcosm-Klausur

Klausur in Kroatien

Signal- und Verkabelungsplan des Microcosm-Setups

Signalplan mit Presets je Stück

Licht · Madeleine Haider alias Madeleine Marie

Das Licht hört mit

Das Licht ist keine Illustration zur Musik, sondern ein gleichberechtigtes Gegenüber. Madeleine Haider – als Künstlerin Madeleine Marie – hat dafür in TouchDesigner eine eigene Steuerung entwickelt: Über Fader und Taster wechselt sie live zwischen Szenen, Farben und Bewegungsmustern. Per NDI geht das Bild an einen zweiten Rechner, wo der Dome in Resolume Arena gemappt ist – jede Strebe einzeln ansprechbar.

Dazu reagiert das Licht auf den Klang: Der Puls der Drum Machine lässt es kurz aufflackern, Synthesizerflächen erzeugen weiche, langsame Verläufe, und die Intensität an der Harmonika fließt in feine Nuancen ein. So entsteht jedes Lichtbild im Moment – im Zusammenspiel von Musiker und Lichtkünstlerin.

Madeleine Haider an der Lichtsteuerung von Microcosm

Lichtsteuerung live

Jonny Kölbl im leuchtenden Ikosaeder-Dome bei Microcosm

Der Dome in Aktion

Zehn Monate bis zur Uraufführung

Herbst 2025

Klangforschung & Setup

Aufbau des Instrumentariums aus Effektpedalen, Synthesizern und Modularsystem – und das Lösen vieler technischer Hürden.

Herbst 2025

Kooperation

Erste Gespräche mit Madeleine Haider über eine interaktive Verbindung von Licht und Klang.

Dez. 2025 – Jän. 2026

Kompositionsklausur

Mehrere Wochen auf einer Hütte in Kroatien: Klangsuche, Improvisation, erste Stücke.

Frühjahr – Sommer 2026

Bau & Proben

Bau des LED-Domes, Programmierung der Lichtsteuerung, wöchentliche Intensivproben im Audiotope Studio in Graz.

25. Juli 2026

Uraufführung

Neudorf bei Ilz, Verein Gaudium – der Dome mitten im Publikum, 45 Minuten Klang und Licht.

Hören & sehen

live aus dem klangraum
Microcosm live: Jonny Kölbl mit Harmonika im Dome aus Lichtstäben
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Am Werk

zwei menschen, ein klangraum
Jonny Kölbl am Modularsynthesizer bei Microcosm

Jonny Kölbl

Steirische Harmonika, Electronics

Madeleine Haider

Visuals, Licht · Madeleine Marie

Im Moment

fotos: reithofer media
Bühnenaufbau von Microcosm mit Dome und Lichtstäben
Jonny Kölbl mit Harmonika und Synthesizer bei der Microcosm-Premiere
Jonny Kölbl bedient Effektpedale bei Microcosm
Microcosm live: Jonny Kölbl mit Harmonika im Dome aus Lichtstäben
Steirische Harmonika im Lichtschein bei Microcosm, Nahaufnahme
Logo des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport

Microcosm entstand im Rahmen des Startstipendiums Musik und Musiktheater 2025, gefördert vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.